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parkhaus gessnerallee, zürich
koproduziert von theaterhaus gessnerallee

23./24./25./27./28./29. september 2006
zurichs zynical theatre guide, 25. september 2006

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„ich geh in die tiefgarage in den ausgang“ reflektiert eine zuschauerin den merkwürdigen ort dieser ortsspezifischen tanzperformance. die tiefgarage gessnerallee liegt am sihlfluss in einem ehemaligen städtischen niemandsland, das durch die ansiedlung von theatern wieder eingemeindet wurde, und zuletzt eine nicht ganz billige mini-“riviera“ erhielt mit grossen steinstufen zum sitzen am fluss. letztere wird selten genutzt, zu niemanderland wirkt die gegend neben dem löwenplatz in feuerwerksraketen- schussweite von polizei und gefängnis. immerhin hat die neugestaltung der oberfläche über dem parkhaus inklusive der bremsung des durchfahrtsverkehrs das strassenbild verschönert: es könnte fast eine flaniermeile sein, wenn es anlass zum flanieren gäbe ... aber natürlich steigt man hier nur ein und aus ins unterirdische parkhaus, oder tritt herzu zum foyer des theaterhauses gessneralle, zum restaurant reithalle, zum el lokal oder zur hochschule für musik und theater. von diesen schafft einzig das theaterhaus ab und zu wartend anwesende auf der strasse, an wenigen tischen kurz vor den vorstellungen. sonst ist saubere öde auf der strasse und ein bisschen wildnis, wo man auf den fluss blickt. was ist der charakter dieser gegend? auf diese frage findet annas kollektiv eine gänzlich untheatralische antwort, die da lautet, das nichtgeschehen. und das trifft zu.
lange zeit passiert fast nichts, man verteilt sich und die zuschauer im (wegen der veranstaltung) fast autoleeren vierten untergeschoss entlang einer geraden und schaut aufeinander, und bewegt sich ein bisschen hierhin und dorthin, die zuschauer auch, von denen einige zu wandern beginnen. danach werden videobilder an die wand projiziert, von der stiege, von oben, von unten, von tanzmenschen darin, und einige wanderschlaufen gezogen, einzeln, zu zweit oder zu viert, auch mal robbend und drehend. kontemplativ sozusagen und bei der premiere ausverkauft. dem publikum scheints zu gefallen, das parkhaus macht werbung f�r seine ertr�gliche luftsituation und parkplatzsensortechnik, und ich denke mir, dass das an der metaphernlosigkeit des orts auch nichts �ndert. es bleibt ein netter unort mit angrenzenden interessanten m�glichkeiten, die - das ist sein wesen - ihn nicht zu definieren verm�gen. auch nicht mit 2 t�nzerinnen (a. buergi und d. suhner), einem produktgestalter (m. b�lsterli), einem architekten (b. hitz) und einer videok�nstlerin (k. oettli) im ortsspezifischen tanzeinsatz.

reinhard riedl
 
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