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pass st�ck
pass st�ck
pass st�ck

pass stück

atelier schiffbaustrasse, turbinenplatz, 8005 z�rich
eine koproduktion von theaterhaus gessnerallee, tanzhaus
wasserwerk und fabriktheater rote fabrik

9./10./11. juni 2005
neue zürcher zeitung,
11. juni 2005

kleines haus ganz gross

ortsspezifisches von annas kollektiv
neben dem schiffbau wartet eine menschenmenge, doch ihr ziel ist nicht die grosse, schicke halle. die blicke richten sich auf die andere strassenseite, wo in einer baul�cke eine unscheinbare baracke steht. diese ist kulisse und hauptakteur zugleich in pass stück von annas kollektiv, koproduziert von theaterhaus gessnerallee, tanzhaus wasserwerk und fabriktheater. seit sechs jahren arbeiten die zwei tänzerinnen und choreografinnen anna bürgi und deborah suhner, der architekt boris hitz, der produktegestalter martin bölsterli und die videokünstlerin katrin oettli zusammen. ihre ortsspezifischen tanzperformances suchen neue sichtweisen von scheinbar bekannten öffentlichen räumen.

ein unort

erprobt wurde das interdisziplinäre schaffen bisher an einem kühlraum, an treppenhäusern oder vor zwei jahren an der fassade des prestigebaus kultur- und kongresszentrum luzern. dagegen wirkt das objekt der neuen arbeit bescheiden: neben gesichtslosen hotelfassaden steht auf einem kiesplatz ein kleines häuschen, mit graffiti eingedeckt und sonst grau, von den neonreklamen des «novotel» bläulich beleuchtet. ein unort, den man nur passiert, kaum wahrnimmt und nie bewusst aufsuchen würde.
die performance dreht sich entsprechend ums unterwegssein, evoziert orte und situationen der durchreise und des wartens. rennen, gehen und stehen bilden die grundformen des einfachen, aber wirkungsvoll eingesetzten bewegungsmaterials. die vier performer bilden immer wieder neue formationen, scheinbar zufällig, wie sie im strom von passanten entstehen und sich wieder auflösen. anzitierte kinderspiele verweisen auf die möglichkeiten, die solche freiräume in der stadt bieten. dazu beleben geräusche (trixa arnold und ilja komarov), eine effektvolle beleuchtung und der überraschende einbezug des hotels im rücken der zuschauer den ort.

atmendes haus

der so interpretierte und bespielte raum wird tatsächlich bald anders wahrgenommen: das graue häuschen wird protagonist, spätestens dann, wenn es - mit rhythmisch sich öffnenden toren - zu atmen scheint. und wenn es schliesslich seine augen aufmacht und in knalligem grün erstrahlt, dann stiehlt es allen andern gebäuden die show.

felizitas ammann
 
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